SEGELN, REISEN, LEBEN
Auf Weltreise mit unserem Segelboot

Mai/Juni 2025 - Pazifiküberquerung von Panama zu den Marquesas

Es ist so weit, der größte und tiefste Ozean unserer Erde liegt vor uns. Der Pazifik umfasst 166 Millionen qm² und ist damit größer als die Summe aller Landmassen unserer Erde. Während seiner Weltumsegelung, im Jahr 1520, taufte Ferdinand Magelan den Pazifik – „Mar Pacifico“, was so viel bedeutet wie Friedliche See. Noch heute wird der Pazifik oft als der stille Ozean bezeichnet (was nicht wirklich den Tatsachen entspricht) wir hoffen dennoch, dass der Pazifik während unserer Überfahrt seinem Spitznamen alle Ehre machen wird.
Am 18.05.2025 gehts los, über 4.000 Seemeilen (ca. 7.400 Kilometer) und voraussichtlich 4-5 Wochen auf hoher See. Unser Ziel sind die Marquesas Inseln in Französisch-Polynesien. Wieder sind wir in einer kleinen Flottille unterwegs, mit uns brechen noch 4 befreundete Boote auf und ein weiteres ist bereits von Panamastadt aus losgesegelt.
Wir starten unter idealen Bedingungen, gutes Wetter, leichter Wind und glatte See. Hoffen wir mal, dass es so bleibt. Wir durchqueren das Verkehrstrennungsgebiet, welches zum Panamakanal führt und sehen wohl vorerst zum letzten Mal so viele Frachtschiffe auf einem Haufen. Ebenfalls werden wir für eine ganze Weile kein Land mehr sehen und erst recht kein kontinentales Festland.
Es geht in die erste Nacht hinein und wir sind sehr angespannt. Der Himmel verdunkelt sich und der Horizont wird immer wieder von Blitzen hell erleuchtet. Zum Glück bleiben die Gewitter jedoch über dem Festland und wir sind inzwischen weit genug weg, um lediglich kurze Regenschauer abzubekommen. Der zweite Tag beschert uns dann wieder traumhafte Segelbedingungen. Champagner Segeln auf dem Pazifik. Eher ungewöhnlich für dieses Seegebiet, denn wir befinden uns in den Doldrums bzw. der innertropischen Konvergenzzone nahe dem Äquator. Hier treffen die nördlichen und südlichen Passatwinde aufeinander, was häufig zu ausgedehnten Flautenzonen führt. Wir können jedoch den weiterhin vorherrschenden Wind nutzen und schlagen einen südlichen Kurs ein, um möglichst schnell die südliche Passatwindzone zu erreichen. Die ersten Tage gehen verhältnismäßig ruhig weiter, leichter Wind, langsames Segeln am Tage und Motorsegeln oder Motorfahrten in der Nacht. Aber auch immer wieder begleitet von dunklen Wolken und leichten Gewittern in der Umgebung. Auf dem Radar lassen sich Intensität, Größe, Geschwindigkeit und Zugbahn von „Schlechtwetterwolken“ jedoch gut erkennen, so dass wir es schaffen, unbeschadet durch einige Wolkenfelder hindurch zu manövrieren ohne nass zu werden.
Als wir es bis auf 2° nördliche Breite geschafft haben, stabilisiert sich die Wetterlage von einem Tag auf den anderen, wir verlassen die kritische Gewitterzone. An Backbord passieren wir ´Malpelo`, eine kleine unbewohnte Felseninsel mitten auf hoher See. Die Insel gehört zum kolumbianischen Hoheitsgebiet und liegt ca. 250 Seemeilen vom Festland entfernt. Hier treffen wir auch endlich auf den südlichen Passatwind. Begleitet von Delfinen und mit einigen Tölpeln, die es sich auf unserem Bug gemütlich gemacht haben, segeln wir mit über 7 Knoten und maximaler Höhe am Wind in Richtung Galapagos. Mit Anbruch der Dunkelheit reffen wir die Segel wie gewohnt auf eine deutlich geringere Segelfläche, denn mit Squalls ist nach wie vor zu rechnen. Die Region scheint bereits reich an Fisch zu sein, bei der täglichen Sichtkontrolle des Riggs finden wir immer wieder tote fliegende Fische sowie auch Tintenfische an Deck. In den frühen Morgenstunden der sechsten Nacht haben wir zum ersten Mal wieder Sichtkontakt mit einem anderen Schiff. Um 04:00 Uhr taucht ein kleiner Fleck auf dem Radar und kurze Zeit später ein Licht am dunklen Horizont auf. Eine halbe Stunde lang fahren wir parallel zueinander mit ca. 6 Seemeilen Abstand. Plötzlich Kursänderung und das Radar schlägt Alarm, CPA (closest point of approach) 10-300 Meter, das bedeutet Kollisionskurs. Der Blick durchs Fernglas verrät, dass es sich um einen Hochseefischer handelt. Kein AIS, keine Reaktion auf Funksprüche und Scheinwerfersignale. Wir weichen also kurz vorher aus, bringen die Seven unter Segeln zum Stillstand und lassen den Fischer samt Schleppnetz vor unserem Bug durchziehen. Nach einer Seemeile Abstand setzen wir die Fahrt fort. Alles gut, nichts passiert. Gute Seemannschaft sieht allerdings anders aus. Dies ist unter anderem ein Grund warum auf der Seven ausnahmslos immer einer von uns beiden Wache hält sowie die Alarme von AIS und Radar aktiv sind. Seit Tagen segeln wir nun am Wind mit leichter Strömung gegen uns. Dafür haben wir eine unerwartet glatte See und die dauerhafte Krängung ist deutlich angenehmer als das hin und her rollen, wie es auf dem Atlantik war. Dadurch, dass der Ozean so ruhig ist, können wie während der Dunkelheit immer wieder ein märchenhaftes Funkeln im Wasser bestaunen.

Biolumineszenz, so ausgeprägt haben wir es seit Puerto Rico nicht mehr gesehen. Das Wasser glitzert wie in einem Disneyfilm. Auch wird der Sternenhimmel auch immer strahlender, je weiter südwärts wir kommen. 

Nach inzwischen neun Tagen auf See passieren wir die Galapagos Inseln. In der Leeseite der Isla Isabella motoren wir bei ruhiger See und nutzen die Gelegenheit den Watermaker laufen zu lassen und wieder mal die doch recht hartnäckigen Hinterlassenschaften unserer mitreisenden Tölpel zu beseitigen. Aus den anfänglichen zwei Vögeln, die sich nur eine Zeit lang bei uns ausgeruht haben, sind inzwischen bis zu 10 Dauergäste geworden, die sich kaum noch vertreiben lassen. Für Micha sind die anfänglich noch als niedlichen eingestuften Tölpel nun auf den gleichen Rang wie Tauben und Möwen abgerutscht und er vertreibt sich die Zeit dem Tölpel aufscheuchen. Nicht nur wir haben eine regelrechte Tölpel Plage an Bord, den Booten unserer Flottille geht es ebenso. Erstmals seit den Las Perlas Inseln in Panama sehen wir hier in Galapagos alle Boote unserer Flottille auf unserem AIS. So schön zu sehen, dass wir auch nach über 1.000 Seemeilen noch alle in einem Radius von 80 Seemeilen beieinander liegen.


Der zehnte Tag auf See ist ein ganz Besonderer für uns, denn wir überqueren den Äquator auf eigenem Kiel. Am 27.05.2025 um 21:45 Uhr UTC (Universal Time Coordinated) überqueren wir bei 091°50,2 Westlicher Länge nach über 1.000 Seemeilen den Äquator. Für uns ein weiterer Meilenstein auf dieser Reise um die Welt. Ab jetzt befinden wir uns auf der Südhalbkugel und die Hoch- und Tiefdruckgebiete drehen andersherum. Zudem wird die Sonne auch nicht mehr über Süd, sondern tagsüber über Nord drehen. Zur Feier des Tages hat Janine einen leckeren Nusskuchen gebacken und wir gönnen uns sowie natürlich auch Neptun, ein Glas Rum und danken ihm für gute Überfahrt. Mit der Überquerung des Äquators werden wir nach alter Seemannstradition von „Pollywogs“ zu „Shellbacks“ und sind nun König Neptuns treue Untertanen.

Mit dem Erreichen des Äquators bzw. der Südhalbkugel ändert sich auch das Klima. Es ist nicht mehr schwül heiß mit extremer Luftfeuchtigkeit wie in Panama, sondern „nur noch“ 22°C, was wir als recht kühl empfinden. Die letzten kühlen Temperaturen um 20°C hatten wir im Herbst 2024 in Marokko. Die erste Nacht in der südlichen Hemisphäre verbringen wir mit voller Besegelung auf einem herrlich glatten Ozean. Dazu präsentiert sich die Milchstraße in voller Pracht. So kann es gerne weitergehen. 1° südlich vom Äquator bekommen wir Unterstützung vom Humboldtstrom. Die Strömung bringt kaltes Oberflächenwasser, aus der Antarktis, entlang der Südamerikanischen Westküste gen Norden, dreht hier nach Westen ab und wird zum Südäquatorialstrom. Diese Strömung bringt uns stellenweise bis zu 2 Knoten zusätzliche Geschwindigkeit und
der hier wehende Südost-Passat wird uns bis zu den Marquesas Inseln pusten. Dieser Teil der Barfußroute wird auch Coconut Milk Run genannt. Die konstanten Bedingungen lassen die Tage auf See wieder miteinander verschwimmen. Wir sind fest in unserem Rhythmus und segeln dem Ziel stetig entgegen. Zwischenzeitlich gibt nicht viel zu tun, die Wetterlage ist stabil und gut und wir freuen uns über den gnädigen Ozean. Wir vertreiben uns die Zeit mit Brot und Kuchen backen, kochen, lesen, Hörbüchern und schauen sogar heruntergeladene Filme.
Ein paar Tage lang haben wir wieder einen treuen Begleiter an Bord. Ein Tölpel landet zwischen seinen Jagdausflügen immer wieder auf unserem Anker. Dort darf er bleiben, denn er fährt quasi rückwärts mit, also mit seinem Hintern in Fahrtrichtung und verrichtet so sein Geschäft direkt ins Wasser. Zwischenzeitlich hat er auch einige Versuche unternommen auf der seitlich Reling zu landen, Micha hat es sich jedoch zur Aufgabe gemacht ihn mittels Bootshaken durch die Bugluke zu vertreiben. Mit Erfolg. Der Tölpel wird also zu unserer Galeonsfigur und landet seither wieder brav auf seinem Anker. Nach ein paar Tagen macht er sich jedoch auf den Rückflug in Richtung Galapagos.
Haben wir schon mal den Nachthimmel auf der Südhalbkugel erwähnt? Der absolute Wahnsinn. Noch nie konnten wir die Milchstraße und Millionen Sterne so klar sehen. Stellt euch einen Sternenhimmel bis zum Horizont vor. Das Ganze in Begleitung von unzähligen Sternschnuppen ist ein unfassbar schönes Erlebnis.
Da der Ozean immer noch sehr ruhig ist, können wir regelmäßig unseren Watermaker laufen lassen und halten somit die Wassertanks nahezu voll. So haben wir uns eine Ozeanüberquerung doch immer vorgestellt. Inzwischen haben wir Panama vor 16 Tagen verlassen und die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Gleichzeitig verzeichnen wir auch das schnellste Etmal der bisherigen Transpazifiketappe mit 153 Seemeilen und 6,4 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit. Die noch vor uns liegende Distanz gleicht jetzt der Atlantiküberquerung von Mindelo nach Barbados im Herbst 2024. Also gar nicht mehr so weit… ;-) 

Am Morgen des 17. Tages stellen wir ein Flattern im Achterliek fest. Das Großsegel steht nicht mehr ordentlich und der Grund dafür ist schnell gefunden. Am Schothorn (hinteres Ende am Segeldreieck) ist eine kleine Umlenkrolle mit einem Riemen am Segel festgenäht. Über diesen Umlenkblock läuft die Trimmleine für das Achterliek. Die Naht des Riemens ist in der Nacht gerissen und hält die Trimmleine nicht mehr auf Spannung. Wir bergen also das Segel, befestigen den Umlenkblock mit einem Stück Dyneema Leine und bringen das Segel wieder in Position. Am nächsten Tag schläft der Wind etwas ein. Leider zu wenig Wind, als das die Segel vernünftig stehen bleiben. Also Zeit in die Trickkiste zu greifen und den Spinnaker zu setzten. So kommen wir auch mit mäßigem Wind wieder gut voran. Regelmäßig checken wir den Wetterforecast und überlegen welche Besegelung wir in der Nacht wählen. Der vorhergesagte Wind wird für unsere Standardsegel nicht ausreichen. Also stehen wir mal wieder vor der Entscheidung unser Leichtwindsegel während der Nacht stehen zu lassen oder zu motoren. Die Bedingungen für den Spinnaker wären wirklich gut, der Wind soll konstant bleiben und wir haben nahezu Vollmond. Vollmond bedeutet gute Sicht und bringt Sicherheit sollten wir das Segel in der Nacht bergen müssen. Motoren ist eigentlich keine Option, noch zu viel Strecke liegt vor uns, als das wir unseren sicherheitsrelevanten Diesel verschwenden wollen. Nach einigem hin und her Überlegen, entscheiden wir uns daher mal wieder für das Leichtwindsegel während der Nacht. Alle Bedienleinen sind so vorbereitet, dass das Segel im Falle eines Falles mit wenigen Handgriffen geborgen werden kann. In den vergangenen Tagen haben wir uns angewöhnt noch bei Tageslicht zu Abend essen und mit einem aufgeräumten Boot in die Nacht zu starten. Während wir unser Abendessen kurz vor Sonnenuntergang genießen, hören wir plötzlich einen Knall und spüren einen leichten Ruck im Boot. Die Schot vom Spinnaker ist im Bereich des Spibaums gerissen und es flattern ca. 90qm Segel fröhlich vor dem Mast herum. Wir nehmen also das Segel runter und befestigen eine neue Schot am Segel. Kurze Zeit später und pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit zieht uns der bunte Spinnaker in die Nacht hinein. Der Spi bleibt für die nächsten 36 Stunden unberührt stehen, bevor der Wind wieder ausreichend an Stärke gewinnt. So lange am Stück waren wir noch mit dem bunten Tuch unterwegs. Drei ganze Wochen sind wir nun gen Westen unterwegs, völlig allein auf diesem riesigen Ozean. Abgesehen natürlich von der Hand voll anderer Segelboote im Umkreis von inzwischen ca. 150 Seemeilen. Mittlerweile hat nahezu jede Langfahrtyacht Starlink Satelliteninternet an Bord und wir haben eine WhatsApp Gruppe für unsere Mini-Flottille erstellt. Zweimal täglich stellen wir gegenseitig unsere Position mit Kurs und Geschwindigkeit ein und bekommen so auch mit was auf den anderen Booten so los ist. Glücklicherweise ist bei uns auf der SEVEN recht wenig los und das ist auch gut so. Niemand will auf Hochseepassagen gravierende Probleme haben. Kaum gesagt, schon meldet sich ein Alarm an unserem Kartenplotter. Wer hätte das gedacht, aber wir empfangen seit langem mal wieder ein AIS Signal. Laut MMSI ist es ein europäischer Frachter, zugelassen in Malta, ebenfalls auf dem Weg nach Französisch-Polynesien. Zwei Stunden später sehen wir das Frachtschiff sogar visuell am Horizont bevor es erneut in die Nacht geht. Sieben Tage vor Ankunft lässt der Wind erneut etwas nach und wir erklären unsere eigene Regel „kein Spinnaker in der Nacht“ erneut eher zur Richtlinie und schon fliegen wieder ca. 90qm Tuch unter dem Licht des Mondes. Es ist inzwischen Tag 24. auf See, mehr als drei Wochen am Stück nur Wasser und Horizont soweit das Auge reicht. Da wir uns weiterhin mit dem Wachschichten abwechseln verbringen wir sehr viel Zeit allein. Eine Zeit der Ruhe und inneren Einkehr. Die Gedanken schweifen ab, beim Blick in den nächtlichen Sternenhimmel oder dem spektakulären Farbenspiel während des Sonnenaufgangs oder Sonnenuntergangs.
Genau vor einem halben Jahr haben wir mit unserem Boot in Mindelo abgelegt und sind zur Atlantiküberquerung aufgebrochen. Welch eine Distanz, die wir in dieser Zeit unter Segeln zurückgelegt haben, was für interessante Länder und wunderschöne Gegenden wir im vergangen halben Jahr besucht haben. Das macht uns stolz und lässt die Vorfreude auf die vor uns liegende Zeit in der Südsee nochmals steigen.
Während des Tages versuchen wir unser Glück beim Angeln, am Heck der SEVEN schleppen wir zwei Angelköder. Wir haben es auf Mahi Mahi (Goldmakrele) oder Thunfisch abgesehen. Eine Stunde vor Sonnenuntergang beißen tatsächlich zwei kleine Mahi Mahis, leider jedoch sind beide viel zu klein, Sie dürfen also weiterleben und kommen zurück ins Wasser. Der nächste Fang ist jedoch erfolgreich. Ein großer Bonito beißt an. Der Fisch, auch bekannt als Skipjack (Thunfisch aus der Dose), misst gute 80cm und ist eigentlich schon fast zu groß für uns beide. Janine filetiert und portioniert den Fisch, einige Portionen werden vakuumiert und eingefroren. Einen Teil des Bonitos geben wir jedoch wieder zurück ins Meer und somit wieder in die Nahrungskette. Frischeren Fisch als selbst auf dem Ozean gefangen, gibt es nicht, herrlich.
Das Wetter schlägt um, laut Vorhersage erwartet uns in den kommenden Tagen mehr Wind und auch deutlich mehr Welle. Wir können uns glücklich schätzen so lange Zeit mit bestem Wetter und einem angenehmen Seegang gesegelt zu sein.
Jetzt, nach 26 Tagen auf See und ausgerechnet an Michas Geburtstag fängt es an anstrengend zu werden. Ein Squall folgt dem nächsten, Winde von 0-30 Knoten aus sämtlichen Richtungen. In den kommenden Tagen lassen die Squalls wieder etwas nach und wir haben konstanten Wind, dazu jedoch kreuzende Wellen, die auf einen südöstlichen Ozeanschwell treffen. Am Tag 29. auf See hat die Wellenhöhe nun die 3 Metermarke erreicht und schaukelt uns ordentlich durch. Wir befinden uns jedoch auf der Zielgeraden und rasen mit starkem Wind und nur halber Segelfläche auf Fatu Hiva zu. Am Abend fegen wieder einige Squalls über uns hinweg. Der Windmesser an der Mastspitze speichert 47kn (87km/h) auf dem Display, ganz schön heftig... Kurz vor dem Ende unserer Reise werden wir also noch mal wachgerüttelt und daran erinnert, dass die Natur am längeren Hebel sitzt. Auch der letzte Tag und die letzte Nacht halten uns nochmal auf Trapp. Die Wellenhöhe ist auf etwa 4m gewachsen mehr als je zuvor freuen wir uns darauf bald anzukommen.
Endspurt, nicht mehr im internationalen Gewässer, sondern in Polynesischen Hoheitsgewässern, auf der anderen Seite der Erde. Tag 31 auf dem Ozean und nur noch 8 Seemeilen to go. Selbst so kurz vor der Küste können wir in der Nacht noch nichts erkennen. Die Ostküste von Fatu Hiva ist unbewohnt und somit unbeleuchtet. Mit dem ersten Tageslicht heißt es dann endlich Land in Sicht! Wir passieren die Nordspitze von Fatu Hiva und sehen nach 31 Tagen endlich wieder Land, grüne Natur, Bäume, Berge, Pflanzen und das in einem spektakulären Panorama. Schroffe Felswände mit engen Spalten und tiefen Schluchten erheben sich unmittelbar aus dem Meer. Dahinter steile, mit tropischem Regenwald bewachsene Bergspitzen.

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Welch ein überwältigender Anblick und dazu ein unheimliches Glücksgefühl. Ein Gänsehautmoment, den wir wohl nie vergessen werden. Wir sind so erleichtert, froh und stolz und kommen aus dem Grinsen überhaupt nicht mehr heraus. 
Die Segel werden geborgen und der Motor bringt uns die letzten 3 Meilen im Windschatten der Insel in die Ankerbucht vor Hanavavae auf. Wir haben es geschafft! Zu zweit haben wir den Pazifik in 31 Tagen und 2 Stunden sowie nach 4.086 Seemeilen (7.570 Kilometer) überquert und sind in Französisch-Polynesien angekommen. Zusammenfassend ist der Pazifik sicherlich die längste Etappe, die wir auf unserer Reise zurücklegen und trotz der etwas ruppigen letzten Tage wohl auch gleichzeitig die angenehmste Offshore Passage.

 
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